Praxis für Zahnheilkunde
Jörg Harder
Gubener Str. 43
10243 Berlin

Telefon: 030 / 2 96 22 10
Fax: 030 / 27 58 99 04
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10:00 - 18:00 Uhr
Dienstag:
08:00 - 14:00 Uhr
Mittwoch:
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Donnerstag:
09:00 - 17:00 Uhr
Zusätzliche Sprechzeiten nach Vereinbarung

News

Routine unter besonderen Bedingungen

Sachsens Zahnärzte raten ihren Patienten, zahnärztliche Behandlungen nicht mehr aufzuschieben und auch wieder zu den routinemäßigen Kontrolluntersuchungen zu gehen. Der Schutz des Patienten und des Behandlungsteams steht an erster Stelle. Das gilt auch bei anderen schwerwiegenden Viruserkrankungen (Hepatitis C, HIV, Ebola etc.). Die seit vielen Jahren etablierte Basishygiene in den Praxen ist eine sehr wirksame Infektions-Barriere. Sie wurde den Pandemie-Gegebenheiten gemäß den Empfehlungen des RKI und der Bundeszahnärztekammer weiter angepasst.
„Die Pandemie und ihre Auswirkungen werden uns noch länger begleiten“, sagt Dr. Thomas Breyer, Präsident der Landeszahnärztekammer Sachsen. „Deren Ende abzuwarten und aus Angst vor COVID-19 einen Bogen um Zahnarztpraxen zu machen, gefährdet die Zahn- und damit auch die Allgemeingesundheit. Nicht durchgeführte Routineeingriffe können sich unter Umständen zu komplizierten Behandlungsfällen entwickeln.“ Als reine Vorsichtsmaßnahme für Patienten und Behandlungsteams galt in den vergangenen Wochen die Empfehlung, sich bei zahnärztlichen Behandlungen auf die medizinisch notwendigen zu beschränken. Das war richtig und gut. Die Zeit konnte genutzt werden, um noch mehr Sicherheit in den Praxen zu gewährleisten und sich auf die neuen Umstände einzustellen.

Anpassung an neue Gegebenheiten Im Wartezimmer und an der Rezeption achten die Praxismitarbeiterinnen verstärkt auf die nötigen Abstände. Und auch das Reinigungs- und Desinfektionsregime wurde angepasst. Nach wie vor ist es empfehlenswert, sich mit dem Praxisteam per Telefon zum geplanten Termin abzustimmen. Sollte ein Patient typische Infektionssymptome haben, ist es umso wichtiger, den Zahnarzt vorab darüber zu informieren. Er wird auch in diesem Fall gewohnt zuverlässig zahnmedizinisch versorgt. Patienten, bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde, werden in Spezialpraxen umgeleitet. „Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen hat sehr schnell reagiert“, erklärt Dr. Holger Weißig, Vorstand der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) Sachsen. „Seit Ende März gibt es in Sachsen eine ausreichende Anzahl von Schwerpunktpraxen, die sich speziell der Behandlung von an COVID-19 erkrankten Personen widmen. Dringliche Zahnbehandlungen werden durch den Hauszahnarzt über die KZV Sachsen an diese vermittelt.“

Weil sich die Zahnärzte sehr gut auf die neuen Bedingungen eingestellt haben, kann Dr. Breyer mögliche Zweifel der Patienten zerstreuen: „Es ist sehr unwahrscheinlich, sich in einer Zahnarztpraxis mit COVID-19 anzustecken, denn Zahnärzte sind Hygiene-Experten – das waren sie schon vor der Pandemie, also schieben Sie Ihren nächsten Zahnarzttermin nicht weiter auf!“

20.05.2020 DGA | Quelle: Landeszahnärztekammer Sachsen

Parodontitis gezielter behandeln

Forschenden an der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist es erstmals gelungen nachzuweisen, dass ein im Mund häufig vorkommender einzelliger Parasit bei Gewebezerstörungen und starken Entzündungsreaktionen beteiligt ist. Die Amöbe Entamoeba gingivalis besiedelt in hoher Anzahl die Mundhöhle der meisten Patienten mit schweren, mitunter wiederkehrenden Zahnfleischentzündungen. Sie ist eine Verwandte der im Darm die Amöbenruhr auslösenden Entamoeba histolytica und verhält sich ähnlich. Der Parasit dringt in das Zahnfleischgewebe ein, ernährt sich dort von Zellen – das Gewebe wird zerstört. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin Journal of Dental Research* erschienen.

Die Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates und zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. In Deutschland leiden etwa 15 Prozent der Menschen an einer besonders schweren Form dieser Volkskrankheit. Unbehandelt führt Parodontitis zum Zahnverlust, sie begünstigt aber auch Arthritis, Kreislauf- und Krebserkrankungen. Während die bakterielle Vielfalt der Mundhöhle abnimmt, steigt die Häufigkeit von Entamoeba gingivalis (E. gingivalis) bei einer schweren Parodontitis sehr stark an. Nun konnte das Team um Prof. Dr. Arne Schäfer – Leiter der Forschungsabteilung für Parodontologie am Institut für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Charité - zeigen, wie die orale Entzündung mit einer Kolonisierung der mundspezifischen Amöbe E. gingivalis einhergeht.

Das krankheitserregende Potenzial dieser Amöbengattung ist bereits durch die Darmamöbe E. histolytica gut bekannt. Diese verursacht die sogenannte Amöbenruhr, eine der weltweit häufigsten Todesursachen durch Parasiten. „Wir haben nachgewiesen, dass auch eine die Mundhöhle besiedelnde Amöbe wie E. gingivalis in die Schleimhaut eindringt und dort das Gewebe zerstört. In der Folge können vermehrt Bakterien eintreten und die Entzündung und Gewebezerstörung weiter verstärken“, sagt Prof. Schäfer. Wie genau die Amöbe E. gingivalis zum Entzündungsgeschehen beiträgt, hat das internationale Forschungsteam nun erstmals beschrieben. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten entzündete Zahnfleischtaschen und fanden die Amöben bei etwa 80 Prozent der Patienten, aber nur bei 15 Prozent der gesunden Probanden. Sie konnten beobachten, dass die Parasiten in das Zahnfleisch eindringen, sich dort fortbewegen und die Wirtszellen töten, indem sie den Inhalt der Zellen in sich aufnehmen. Zellkulturexperimente zeigten zudem, dass eine Infektion mit E. gingivalis das Wachstum von Zellen verlangsamt und schließlich zum Zelltod führt.

Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass die Rolle der Amöben während des Entzündungsprozesses deutliche Parallelen zur Entstehung einer Amöbenruhr aufweist. „E. gingivalis trägt im Zahnfleisch aktiv zur Gewebszerstörung bei und aktiviert dieselben Abwehrmechanismen des menschlichen Wirtes wie E. histolytica während der Invasion in die Darmschleimhaut“, erklärt Prof. Schäfer. „Der durch einfache Tröpfcheninfektion übertragbare Parasit ist somit ein möglicher Verursacher schwerwiegender oraler Entzündungskrankheiten.“

Oft sind die Heilungserfolge der Parodontitis nur von geringer Dauer. Ursache könnte das hohe krankheitserregende Potenzial dieser bisher unbeachtet gebliebenen, aber äußerst häufigen Amöbe sein. „Wir haben einen infektiösen Parasiten identifiziert, dessen Beseitigung die Behandlung schwerer Entzündungen des Zahnfleisches gezielt und möglicherweise langfristig verbessern könnte“, resümiert Prof. Schäfer. „Bislang werden weder die Infektion noch die erfolgreiche Eliminierung dieses Parasiten in der Therapie einer Parodontitis berücksichtigt.“ Aktuell soll eine klinische Studie klären, in welchem Umfang die Parodontitis durch eine Beseitigung der Amöben besser behandelt werden kann.

*Bao X et al. Entamoeba gingivalis causes oral inflammation and tissue destruction. J Dent Res (2020), DOI:10.1177/0022034520901738

Bildunterschrift: Der Parasit Entamoeba gingivalis dringt ins Zahnfleischgewebe ein und ernährt sich dort von Wirtszellen.

Zahnrestaurationen: Langlebig und ästhetisch mit Klebtechnik

Trotz regelmäßiger Zahnpflege und halbjährlichen Kontrollen kommt es irgendwann dazu, dass Zähne restauriert oder ersetzt werden müssen. Die moderne Zahnmedizin verfügt über Möglichkeiten, den Zahn nach der Behandlung wie neu erstrahlen zu lassen. Wesentlichen Anteil an diesem Erfolg haben Klebstoffe, die den Füllungen, Brücken und Inlays den richtigen Halt geben.

Zahnrestaurationen finden sowohl im Mund als auch außerhalb des Mundes statt. Die moderne Klebtechnik ist dabei zu einem festen Bestandteil geworden. Ein Beispiel: zahnfarbene Füllungen mit sogenannten Kompositmaterialien – im Volksmund auch als „Kunststofffüllung“ bekannt. Sie bestehen aus anorganischen, hochfesten, feinen Füllstoffpartikeln, die fest in ein Kunstharz auf Methacrylat-Basis eingebunden sind. Mit biokompatiblen Klebstoffen, die eine dauerhaft hohe Haftfestigkeit besitzen, werden sie im Zahn befestigt. Diese Eigenschaft ist gerade im feuchten Mundraum von wesentlicher Relevanz, da die Zähne regelmäßig hohen Kaukräften wie auch Temperaturschwankungen durch heiße oder kalte Speisen und Getränke ausgesetzt sind. Weiterer Vorteil der flüssigen Klebstoffe auf Methacrylat-Basis: Sie verfärben sich nicht, sodass es keine unschönen Ränder rund um das zahnfarbene Kompositmaterial gibt.
Zum Auffüllen der Spalte zwischen Zahn und Krone, Brücke oder Inlays greift die Zahnmedizin zu niedrigviskosen Pasten beispielsweise auf Basis von Komposite oder Glasionomerzemente, die für die notwendige Haftung sorgen.
Anders als häufig angenommen, kommt zum Aushärten der Klebstoffe und Kompositfüllmaterialien nicht UV-, sondern blaues Licht zum Einsatz. Vorteil des blauen Lichts: Es kann tiefer in ein Komposite eindringen, schädigt nicht die Mundschleimhäute und gewährleistet eine zuverlässige Aushärtung bis in die Tiefe. Im Gegensatz dazu können die Glasiomerzemente je nach Materialzusammensetzung entweder mit blauem Licht oder auch selbsthärtend angewendet werden. Die Selbsthärtung ist vor allem in den Fällen wichtig, in denen nicht belichtet werden kann, wie zum Beispiel unter einer Metallkrone.

Moderne Zahnrestauration – nur mit Klebstoffen Die Klebtechnik hat die modernen Methoden der Zahnrestauration, wie sie heute bekannt sind, erst möglich gemacht. Für Präparationen mit modernen Kompositfüllungen muss dank Klebstoffen viel weniger gesunde Zahnsubstanz geopfert werden als bei Metallfüllungen. Diese halten nämlich erst durch in den Zahn gebohrte Unterschnitte, in denen sie sich festsetzen können. Zahlreiche Studien belegen zudem, dass geklebte Restaurationen – bei besserer Ästhetik und zahnschonender Präparation – genauso lange halten wie nicht geklebte.
Die Klebtechnik ermöglicht also, Restaurationen so minimal wie möglich zu gestalten, gesunde Zahnsubstanz zu erhalten und die Lebensdauer des Zahnes zu verlängern.

Jeder kann beruhigt zum Zahnarzt gehen

Die Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK) und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) sehen keine Gründe mehr, aufgrund der Corona-Pandemie einen notwendigen Zahnarztbesuch aufzuschieben. Nachdem seit dem 27. April der Unterricht an den bayerischen Schulen teilweise wiederaufgenommen wurde, und die Staatsregierung heute weitere Lockerungen der Kontaktbeschränkungen beschlossen hat, sollten die Patientinnen und Patienten nun auch wieder verstärkt an ihre Mundgesundheit denken.

Wer über einen längeren Zeitraum nicht zum Zahnarzt geht, riskiert, dass sich sein Gebisszustand verschlechtert. Deshalb sollten nun alle notwendigen Behandlungen, Vorsorgeuntersuchungen und Prophylaxe-Maßnahmen wieder durchgeführt werden. Die beiden Körperschaften verweisen darauf, dass bei einer zahnärztlichen Behandlung aus folgenden Gründen kein erhöhtes Infektionsrisiko besteht:

  • Zahnärzte arbeiten seit jeher mit sehr hohen Hygienestandards. Infektionsschutz ist in allen Zahnarztpraxen täglich gelebte Vorsorge.
  • Bereits vor dem Auftreten des Corona-Virus wurden alle Behandlungen mit medizinischem Mund-Nasen-Schutz und Handschuhen durchgeführt.
  • Jede Praxis verfügt über Sterilisationsgeräte für die Aufbereitung der verwendeten Instrumente. Der Arbeitsbereich wird nach jeder Behandlung gründlich desinfiziert, mit Desinfektionsmitteln, die auch das Corona-Virus abtöten.
  • Die Einhaltung der entsprechenden Vorgaben des Robert-Koch-Instituts, der Bayerischen Landeszahnärztekammer und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns wird durch die Aufsichtsbehörden sowie die zahnärztlichen Körperschaften selbst überwacht und ist Teil des Qualitätsmanagements in jeder Zahnarztpraxis.
  • Ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz schließt die Weitergabe des Corona-Virus an den Patienten wirksam aus.
  • Die Zahnarztpraxen achten darauf, dass die Wartezeit der Patienten so kurz wie möglich ist, und im Wartezimmer besteht ein ausreichender Sicherheitsabstand.

Ende März hatten die beiden Körperschaften empfohlen, nur nicht aufschiebbare Behandlungen durchzuführen, um die Zahl der Sozialkontakte zu reduzieren. Nachdem nun der Einzelhandel und viele Dienstleistungsbetriebe wieder öffnen dürfen, kann diese Empfehlung aufgehoben werden.

29.04.2020 DGA | Quelle: Bayerische Landeszahnärztekammer



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